Manchmal benötigt man ein wenig Glück – und man muss in der Folge wenigstens nicht schwimmen…
Das Frühjahr 2016 geht wohl in der Kategorie «verschifft» in die Geschichte ein. Was aber wiederum den einen oder anderen von uns nicht davon abhalten kann, seinem Hobby, dem Harleytreiben, zu frönen. Ausserdem musste jetzt auch unser Zwärg seinen Eintrag auf der Heldenwand der swiss500miles haben. Diesen gibt’s bekanntlich, wenn man zum 5. Mal die Rallye fährt.
Getroffen haben wir uns einmal mehr beim Parkplatz bei der Autobahnauffahrt in Rheinfelden um 11 Uhr. Kurz zuvor hatte es zu regnen begonnen. So what!
Die Strecke nach Dietlikon zum Harley Heaven taxierten wir als Prüfung für unser Regenzeugs. Der Laden ebendort, respektive dessen Böden bestanden die Dichtigkeitsprüfung ebenso. Nach der Registrierung – über 600 Anmeldungen lagen vor, zum Glück waren aber auch über 250 nicht bei den Mutigen – folgte der Prolog nach Aathal, von wo aus der Start in Blöcken gestaffelt erfolgte. Routiniert, wie wir bereits waren, reihten wir uns im letzten der drei Blöcke ein und wurden um 15.20 Uhr auf die Tour geschickt. Cowboy prüfte seine Radar-App und gab Entwarnung, fortan sollte es zumindest von Oben trocken weitergehen. Denkste! Bloss wenige Minuten später – wir hatten uns bereits einmal minimal verfahren, schlossen wir Bekanntschaft mit dem Begriff «Starkregen». Deckung suchen, anziehen, weiterfahren um in der Folge auf der Fähre über den Zürichsee bei Sonnenschein leicht warm zu haben. Somit: Nicht nur die Strassenführung, nein auch die meteorologischen Bedingungen waren abwechslungsreich und blieben es auch über die gesamte Tour. Spannend der Abschnitt in Emmen, wo die Route durch baubedingte Fahrverbote interpretiert werden musste.
Ebenfalls spannend, die Fahrt ab Dallenwil hoch zum Langbodenstübli Wiesenberg bevor der Ächerlipass (… nein, diesen Übergang hatte ich noch nicht in meinem Pässebuch notiert!) gemeistert wurde. Auf halben Weg ins Tal hätten wir beinahe den Linksabbieger in Richtung Sachseln verpasst, wäre dort nicht ein netter Mann mitten im Walde gestanden und hätte Handzeichen gegeben, als gäbe es kein Morgen. Der nächste Übergang war der Brünig, bevor wir auf dem Weg zur Sustenpasshöhe den Nachtessenstop in Steingletscher einlegten.
Weiter geht’s bei Nacht und Nebel, vermischt mit Regen, auch mal trocken, aber immer nassen Strassen. Es folgt der Oberalp- und dann noch der Lukmanierpass, bevor ein weiterer Posten auf dem San Bernardino Pass angefahren wird. Um 02:20 erreichen wir diesen – das Passfoto siehe oben, oder in der Fotogalerie, vermittelt eindrücklich die nicht ganz einfachen Witterungsverhältnisse. Weiter geht die Reise über St. Moritz, über den Julier- und den Albulapass nach Klosters. Entlang des Walensees will noch der Kerenzerberg überwunden werden und schliesslich auch noch der Hulftegg Pass, bevor wir ins Schaffhausische vorstossen. Den Rheinfall ebendort hätten wir wohl gesehen, hätte es nicht geregnet…
Die Zieleinfahrt in Bülach weckt äusserst zufriedene Gefühle und wir geniessen zusammen mit Zwärg die Übergabe des 5-er-Pins, nett flankiert von zwei Hübschen. Die Route, sie präsentierte sich wie folgt:
Track length:
1,000 km
Total ascent:
0 m
Total descent:
0 m
Geschafft also - aber wieso tut man(n) sich so was überhaupt an? Wir wissen es auch nicht. Es dauert ja nicht mehr allzu lange und wir können uns zur 10. Auflage der Swiss 500 Miles im Jahr 2017 anmelden. (Vor-)Freude herrscht!