Irgendwie konnten wir es kaum glauben: Bereits 14 Tage vor dem Event wurde die Wetter-App intensiv konsultiert und je näher der Start kam, desto besser wurden die Prognosen. Schliesslich nahmen wir es mit grosser Freude zur Kenntnis: Wir werden wohl trocken über den Parcours kommen.
Und trotzdem muss der Bekleidung höchste Aufmerksamkeit geschenkt werden. Zum einen wissen wir ja im Vorfeld nie, wie hoch wir hinaus gehen. Und zum andern bedeutet schönes Wetter keine Wolken, auch in der Nacht nicht. Somit wirds empfindlich kühl! Da wir alle über Harleys mit Packtaschen verfügen - ja, sogar der Rolle hat nun eine Variante mit solchen in der Garage stehn - ist das Problem eigentlich keines. Übrigens: Rolles Harley hatte am Start gerade mal 124 Kilometer auf dem Tacho. Kurz nach dem 500miles-Weekend wird er also bereits den Einfahrservice durchführen können.
In meinen Koffern gab's das iPhone für die Routenaufzeichnung, Pullover, Ersatzhelm (falls es an der Birne mal drücken sollte zum wechseln), zwei weitere Paare Handschuhe, für ziemlich kalt und ziemlich warm, Beleuchtung für die Nacht, Kartentasche für auf den Tank, Digitalkamera und sonst noch ein paar Kleinigkeiten, unter anderem Coramin-Dääfi.
Aber erst mal von vorne: Treffen tun wir uns auf dem Parkplatz bei der Autobahnausfahrt Rheinfelden. Da die Anfahrt nach Dietikon zum Harley-Heaven direkt erfolgen soll, übernimmt gleich mal Beat den Lead. Das macht er in der Folge dermassen gut, dass wir ihm (beinahe...) blind bis ins Ziel folgen werden. In Dietikon herrscht bereits reger Betrieb und die Warteschlangen beim Unterschreiben der Verzichtserklärung und der offiziellen Anmeldung mit Übernahme des T-Shirt-Sackes sind - tolles Wetter sei Dank - entsprechend lang. Dies bietet die Möglichkeit, die erweiterte Dealership genauer zu beaugapfeln. Schliesslich fahren wir den Prolog nach Greifensee wo wir so ungefähr zmitts im Feld die Bikes parkieren können. Die Wartezeit bis zum Startschuss überbrücken wir mit Verpflegen und mit Hände schütteln. Mittlerweile kennen wir auch bereits den eint oder anderen ebenfalls «Süchtigen» von früher.
Aber endlich gehts dann los. Verstopfte Strassen sind programmiert, die ersten 2-3 Stunden sind eher von der mühsamen Sorte. Auch weil wir uns ab und zu selbst ein Bein stellen und die Anweisung nicht ganz korrekt interpretieren. Aber gemeinsam sind wir stark, finden rasch nach einem "Hoppala" wieder auf den richtigen Weg und geniessen die Fahrt in vollen Zügen. Im zu Beginn etwas engeren Verkehr nerven "Krachtüten" ziemlich heftig. Weshalb man in einem Gedränge dies nicht abschalten kann, wissen wohl nicht mal jene selbst, welche sich zum Selbstschutz Ohropax montieren müssen. An die anderen denken wäre ja schon denken. Klappt nicht bei allen... (Das Gästebuch auf der Veranstalter-Website spricht eigentlich für sich).
So langsam bemerken wir, dass offenbar die Ostschweiz heimgesucht werden soll. Schwergewichtig. Und plötzlich haben wir auch wieder das Gefühl, in der Gegend schon mal durchgefahren zu sein. Näheres erklärt die Routenkarte.
Aber die Zeit vergeht nun wie im Fluge und aus dem Vorvorjahr wissen wir noch, wie es einem ergehen kann, kommt man zu spät in ein Restaurant. Im 2012 hatte es gerade noch gereicht, jene, welche ca. 15 Minuten später kamen, blieben auf dem Flüssigen sitzen. Feststoff gab es keinen mehr. So landen wir um 20.45 Uhr im Restaurant Eisenbahn in Bischofszell. Dieses ist am Samstag bis um 23.30 Uhr geöffnet. Die Küche bis 21 Uhr. Glück gehabt und das Essen war sehr fein und die Gastgeber ausgesprochen Biker freundlich. Nach dem Essen folgt noch der Kaffee. Dieser soll mithelfen, die Nacht wach zu überstehen. Schön nun, dass wir uns beinahe alleine unterwegs fühlen. So können wir die Nachtfahrt geniessen. Natürlich: Um die Wegbeschreibung lesen zu können, müssen immer mal wieder die Leselampen angezündet werden. Dies während der Fahrt und dann noch lesen - man bleibt wirklich wach. Um ca. 5 Uhr morgens passieren wir den Posten am Wägitalersee und können beobachten, wie die Nacht den aussichtslosen Kampf gegen das Morgengrauen führt. Wunderschön ist das anzuschauen. Es folgen die harten Stunden am frühen Morgen. Da muss noch der eine oder andere Kaffee runter und etwas zwischen die Kiemen geklemmt werden. Aber je näher das Ziel kommt, desto freudiger wird auch die Stimmung in unserem Team. Etwas hart wird es dann für uns, als wir in Densbüren beim Moto Senn den Postenstop machen. Schliesslich wäre das ja nicht mehr allzu weit weg von der heimischen Furzmulde. Aber es geht weiter und um die Mittagszeit erreichen wir das Ziel in Bülach, wo das obligatorische Fotoshooting und die Pin-Übernahme folgen. Ein formidables z'Mittag gibt's obendrauf und fix werden die Ladies zuhause über die Ankunft informiert.
Auf dem Heimweg ins Baselbiet schalten wir noch einen Halt in Eiken ein, wo der Zuckerstand mittels Coupes auf einen anständigen Level gehoben wird.
Inklusive Hin- und Rückfahrt zum Start und vom Ziel brachten wir knapp 1000 Kilometer auf die Tachos. Der eigentliche Run schlug mit 867 Km zu Buche, was gleichbedeutend ist, mit den längsten 500 Meilen unserer Gruppe. Dank Sonnenschein haben wir auch die Zusatzkilometer locker weg gesteckt. Neu für uns war, dass es gleich 5 blinde Posten anlässlich der diesjährigen Ausgabe gab. Diese waren aber auch notwendig. Die Strecke war so gelegt, dass man bequem hätte abkürzen können.
Jetzt beginnt bereits die Vorfreude auf die Ausgabe 2015. Vergessen die Veranstalter nochmals Regen zu bestellen - wir hätten nichts dagegen.
In der Fotogalerie kann das Ganze noch "nacherlebt" werden.
| Track length: | 819.9 km |
| Total ascent: | 0 m |
| Total descent: | 0 m |