Die ganze Woche über wurden fleissig Wetter-App's konsultiert. Es kam allerdings ganz anders, wie prognosdiziert.
Am Treffpunkt Feuerwehr Eiken finden sich Hike, LX, Prospect Thomas sowie Gast-Mitfahrer Däni ein. Letzterer war auch schon mit uns unterwegs und fährt nun seine 16. Swiss500. Also immer dabei und immer erfolgreich. Diese Qualität, zusammen mit der 10. Teilnahme von Hike und der 11. Teilnahme von LX befand Thomas als Newbie als seinem Ersti würdig. Auch zum ersten Mal fand die Einschreibung nicht mehr beim Bächli Dietikon, sondern bei Harley-Davidson Zürich statt. Den anschliessenden Prolog von 32 Km zum Milandia Greifensee kürzten wir in dem Sinne ab, als wir nicht der Beschreibung folgten (In und um Zürich Harley fahren ist definitiv kein Genuss...), sondern nach unserem eigenen Gusto. Und da die Prologkilometer nicht zur Distanz von 818 Km zählten, gingen wir auch davon aus, dass kein versteckter Posten geplant war.
Wie in den Vorjahren starteten wir im letzten (3.) Block und in diesem zuhinterst. Dies erspart etwelche Stresssituationen während der ersten paar Stunden sowohl auf der Strecke, als auch an den Posten. Und dies nun wahr unsere gefahrene Strecke zwischen Einschreibung und Ziel:
| Track length: | 879.7 km |
| Moving time: | 1 d 44 |
| Average speed: | 35.56 km/h |
| Total ascent: | 0 m |
| Total descent: | 0 m |
Hinzu kamen noch die An-/Rückreise zum Einschreiben-/Zielpunkt sodass sich auf dem Tacho des Schreibers total 1095 Km angesammelt hatten.
Die ersten rund 240 Km führten uns durch den schönen Südschwarzwald bis nach Lörrach. Die Pneuflanken wurden fleissig abgefahren. Kurvenreich ging es überhaupt über fast die ganze Tour zu und her. Nach Lörrach folgt Teilstrecke Nr. 4, die mit 102 Km (sofern man keine unfreiwilligen Schleifen einbaut...) der längste Streckenabschnitt ist. So bot es sich an, in Ferrette die Abendessen-Pause einzubauen. In den ersten drei Restaurants wurden wir freundlich, aber bestimmt darauf hingewiesen, dass die Küche bereits gereinigt sei. Aber hey! Es war knapp vor 21 Uhr und Samstagabend. Wann wollen die dort Geld verdienen? Ein Passant erkannte unsere Not und verwies auf ein China-Restaurant. LX erkundet selbiges und wird dort herzlich, freundlich empfangen und selbstverständlich gibt es noch zu Essen! Der Abend gerettet, denn so ganz ohne gescheites Essen weiterfahren wäre nicht wirklich in unserem Sinn und auch nicht der Sache an sich dienlich gewesen. Und fein war es dort natürlich auch. Nach ca. einer Stunde setzten wir unsere Reise fort mit LX als Leader. Er hatte beim Chinesen nicht nur sein Tenü auf "Touren-Regen-Sicher" gewechselt, sondern auch gleich noch einen Kaffée getrunken. Dies formt ihn unweigerlich zum Duracell-Hääsli, wie Insider wissen und zumindest für ihn wird die Nacht zum Tage. Ausserdem gab es die Abmachung, dass immer die Nr. 2 im Team ebenfalls noch «liesst». Sicherheitshalber.
Bei St. Ursanne wird es dann krass, da die Auffahrt auf die Autobahn und der Tunnel durch den Mont Russelin unbeachtet bleibt und LX die Rennstrecke hoch nach Les Rangiers hetzt. Dabei gibt sein Lämpchen auch noch den Geist auf. Batterie leer. Beim Stopp stellt sich dann heraus, dass die Kumpels in der Nacht sich allesamt auf's Duracell-Männchen verlassen und niemand zweitliest. Heinomohl! Also die Ersatzbatterie montieren und frohen Mutes geht's weiter nach Delémont, wo dann festgestellt wird, dass wir völlig falsch waren. Anstelle von 7.3 Km bis Glovelier, misst unsere Route grosszügige 30.2 Km. Puuhhhh... Immerhin: Keinen versteckten Posten verpasst (auf der Autobahn wäre es ja auch schwierig, einen solchen zu setzen...) und in Glovelier gleich wieder auf den korrekten Menüpunkt auf der Beschreibung gefunden. Anschliessend wird der Mont Soleil geentert wo wir am fernen Horizont den Tagesanbruch beobachten können. Nicht ganz so spektakulär wie auch schon auf den Swiss500, aber einen kurzen Halt wert.
Ein Missgeschick kommt selten allein und der Leader verpasst bei Les Savagnières dessous den Abzweiger zum Chasseral. Nach ca. 4.5 Km: Bitte wenden! Nachdem der neue Tag angebrochen war, übernahm Hike den Lead. Nach dem erneuten Kaffée-Stopp in der Bar Le Caf "Cafignon" in Tavannes wird entschieden, das Regenzeugs zu montieren. Gesagt, getan; die eine und andere Turnübung war dabei zu bewundern. Alsbald fahren wir gen Norden und biegen bei Lucelle ein auf die "Internationale" bis Kleinlützel. Beim Posten in Liesberg haben wir (offizielle) 668 Km absolviert. Der Blick auf die Uhr bestätigt dass wir das Ziel (Für uns Deadline um 15:20 Uhr, da im 3. Block gestartet) problemlos erreichen werden und (Vor)Freude verdrängt die Müdigkeit. Jetzt aber geht ex zum X-ten Mal für uns wieder in Richtung Delémont. Der Scheltenpass soll noch befahren werden um über Langenbruck das Berghaus Ober-Bölchen anzusteuern. Nun sind wir definitiv in unserer Heimat angelangt. Und spätestens nach Oltingen, Anwil und Rothenfluh frage sich LX, ob er nicht den Blinker setzen sollte... Der Rest ist rasch erzählt: Wir streifen den Jurapark Aargau, klettern über den Bözberg in Richtung Fisibach wo wir in südlicher Richtung abdrehen um schliesslich kurz nach 13 Uhr das Ziel in Bülach zu erreichen. Bei grosser Hitze freuen wir uns auf ein feines Mittagessen und klopfen uns gegenseitig und mit Respekt auf die Schultern. Spannend war's. Unfall- und umfallfrei blieben wir auch. Rund eine Stunde nach Ankunft in unseren heimischen Wigwams tobte ein heftiges Unwetter im Oberbaselbiet. Kaum vorstellbar, was passiert wäre, wenn...
Ein paar Fotos sind auch schon publiziert.