4 Tage fahren, 4 Tage ziemlich feucht
Treffpunkt war in Birsfelden. Um diese Zeit leicht tricky anzufahren, verkehrsbedingt. Aber alle meisterten die Anfahrt noch rechtzeitig. Blade begrüsste die Anwesenden gleich mit der Bemerkung: Also ich, fahre ganz sicher nur noch nach Hause. 4 Tage Regenwetter sind nicht nach meinem Sinn. Dies im Tone der Inbrunst, keine Varianten auszumachen. Immerhin meldete Prospect Marco, welcher bereits am Tag zuvor mit einer Gruppe losgefahren war, dass es nur vorübergehend Schauer gab, aber grösstenteils angenehmes Wetter herrschte. Trotz Vorhersagen und Hochwasserwarnungen allenthalben.
Nun, nach einem Kaffee mit Gipfeli machten wir uns trotz einsetzendem Regen fahrbereit und auch Blade fuhr mit. Mit Skip, Iceman, Bison, Hike, Shark, LX und Prospect Markus. Erst ging's über die Autobahn in allgemeiner Richtung Vogesen. Rund 300 Km standen an, es war sehr feucht und der Kaffee im Pfister ein willkommener Zwischenhalt. Das Angebot ebendort, eine Wucht. Fortan trainieren wir Schräglagen auf Nass auf schönsten Vogesen-Kurven. Da hat unser RoadCaptain wieder mal ganze Arbeit geleistet. Lieben Dank auch an dieser Stelle! Das Mittagessen haben wir uns in Abreschwiler, in der Auberge les Cigognes wahrlich verdient. Nette Damen servierten feine Menüs, wir machten die Teller leer und konnten dann tatsächlich auf trockenen Strassen weiterfahren. Kurz vor dem Tagesziel Wallhalben fiel unsere Gruppe auseinander. Skip, Bison und LX verloren den Rest. Wie sich später herausstellte, fing Blade's RoadKing im Hinterrad einen Platten ein. Eine Schraube hatte sich wortwörtlich in das Rad reingeschraubt. Die Gruppe Skip setzte nach ca. 30 Minuten Warten die Fahrt zum Hotel in Wallhalben fort. Später erreichte auch Hike das Ziel, nachdem er noch auftanken musste. Die übrigen Vier warteten, warteten und warteten, bis sie schliesslich Besuch vom ADAC erhielten, welcher aber auch nicht helfen konnte. Nicht mal einen Platten flicken geht hier. So musste die Maschine aufgeladen und zum Dealer in Bruchmühlbach gefahren werden. Kurz nach 21 Uhr waren wir dann komplett und liessen den Abend Ausklingen.
Am folgenden Morgen entschieden wir, zusammen zur Dealership zu fahren um zu schauen, wie es weitergeht. Freundlich wurden wir empfangen und mit einem Kaffee verwöhnt, Dealershirts wurden gekauft und schliesslich legte unser Presi das weitere Vorgehen fest: Er wartet zusammen mit Blade auf das Ende der Reparatur währenddessen die übrigen 6 schon mal zum Mittagessen im Classicbid vorzogen. Das Mittagessen war noch nicht ganz fertig gegessen, als auch die beiden Nachzügler, einer frisch bereift, hinzu stiessen. Im Museum gleichenorts gibts wahrhaftig schönste, motorisierte Preziosen zu beaugapfeln. Heinomohl! Die Portionen übrigens waren riesig. Ein Menü reicht definitiv immer auch für zwei Personen. Schliesslich fahren wir zu unserem nächsten Hotel in Grolsheim, wo wir die Zimmer beziehen und uns anschliessend auf machen, die Magic Bike Rüdesheim zu besuchen. Das Hotelgebäude stammt aus dem Jahr 1877, hat also eine schöne Geschichte erlebt. Da kein Regen mehr in Sicht ist, ist Tenüerleichterung angesagt. Zum Ziel gelangen wir über den Rhein, welcher einen beachtlichen Pegelstand führt. Der Übersetzpreis steht bei € 4.00/Motorrad. Zum Glück ist der Fährbetrieb noch nicht eingestellt. Die Dimension des Events ist beeindruckend. Beeindruckt hat uns auch, dass wir, um shoppen oder konsumieren zu können noch € 8.50 bezahlen sollen. Nach kurzer Rücksprache beschliessen wir, einen Bogen um das Hauptgelände zu machen um die Stadt selbst zu erkunden. Beeindruckende Gassen, viele Menschen, schöne Bikes, Skurriles und schliesslich einen flambierten Kaffee im Drosselhof an der Drosselgasse (2 Meter breit, 144 Meter lang und wird jährlich von ca. 3 Mio. Touristen besucht). Dort werden wir zur vollen Stunde musikalisch vom nahen Glockenspiel des Rüdesheimer Schlosses unterhalten und Prospect Marco taucht mit Irina und Kumpels auf. Aber der Hunger sollte ja auch noch gestillt werden. In der Ratsstube finden wir auf der Terrasse eine ansprechende Speisekarte und lassen es uns gut gehen derweil vis-à-vis eine Dame vergessen hatte die Vorhänge zuzuziehen, was je nach Blickrichtung zu mehr oder weniger grossem, zusätzlichem Gaudi beitrug. Nicht zu all zu später Stunde machen wir uns auf den Heimweg um wahlweise noch einen Schlummi zu sürpflen, oder gleich das Zimmer aufzusuchen. Schliesslich erwartete uns am dritten Tag der wettermässig heftigste Teil unserer Tour.
Das Frühstück war reichlich und in einem besonders schön ausgestatteten Saal. Bald schwingen wir uns in die Sättel und pöttern in Richtung Tankstelle, welche wir vor Nieder-Ramstadt finden. Der anschliessende Blick auf den Regenradar forciert uns, die Schotten dicht zu machen. Den Rest des Tages verbringen wir mit Regentraining und verkneifen uns einen Kaffeehalt. Zuviel Aufwand mit Tenü-Fez für ein Päuschen. Zum Mittagessen steuern wir das Wiegmann in Binau an. Eine wahrlich trostlose Angelegenheit: Der Camping-Platz musste bereits evakuiert werden, im Restaurant selbst stapeln sich Kartons und Gegenstände, welche aus dem Keller hochgeholt werden mussten und draussen schifft's, der Neckar steigt und steigt. Aber Adam räumt zwei Tische frei und produziert in der Küche ein Spezial-Menü. Die Zeit, bis serviert werden kann vertreiben wir uns mit Musik und Shark legt einen formidablen Tabledance hin. Ein wenig Spass muss sein. Und andere Gäste sind weit und breit nirgends zu sehen. Wen wundert's? Gut genährt entern wir unsere Bikes und setzen die Fahrt fort. Auch den Zvieri-Halt verkneifen wir uns. Einmal Brunz-Stopp muss reichen. Auch dies ist reichlich kompliziert, mit diesem Tenü. Unser Ziel - das Hotel Schwarzwaldhof in Enzklösterle - erreichen wir zumindest innerlich trocken. Zimmerbezug und Apéro, und schon begeben wir uns vor's Hotel um unser Member Tess mit einer Laola-Welle zu empfangen. Auch sie fuhr im Regen aus der Heimat an. Ach muss doch Liebe schön sein... Nach dem Abendessen waren dann die Honig-Schnäpsle dran. Ein ums andere Mal stiessen wir fröhlich an, lauschten dem Echo von einem anderen Tisch, im Wissen, dass wir nur noch einen einzigen Regentag vor uns hatten. Die Strecke plante Skip etwas einzukürzen, also etwas direkter zu fahren, sodass wir den Abfahrtszeitpunkt etwas nach Hinten schieben konnten.
Tag Vier begann wir erwartet, mit reichlich Nass von oben. Aber auch an diesem 4. Tag konnte uns nichts und niemand die gute Laune verderben. Eher noch war es so, dass das Wetter dazu beigetragen hat, unsere Gruppe zusätzlich zusammen zu schweissen. Nochmals kein Znünihalt, sondern gleich Mittagessen im Hirschen, Furtwangen. Bedient wurden wir von feschen Mädels in Dirndl und hinter dem Haus auf der Weide lag ein frisch geborenes Charolais-Kalb. Idyllisch also, eigentlich. Nach dem Dessert setzten wir die Fahrt fort, wobei der RoadCaptain eine neue, leicht kürzere Route wählte. Da wir allerdings in der Gegend von Bonndorf auf eine gesperrte Strasse trafen, ging es weiter in Richtung Schaffhausen. Damit waren wir kilometermässig wieder auf dem ursprünglichen Soll. In der Krone, Möhlin fröhnten wir einem letzten Zvieri-Dessert, bevor wir uns verabschiedeten und individuell die heimischen Garagen ansteuerten. Ein Erlebnis war die Reise fürwahr. Sie wird im Bereich "unvergessen" in unseren Köpfen bleiben. Nun freuen wir uns auf weitere Touren. Gerne auch mit einem wohlwollenden Petrus im O.K. Landschaften und wunderschöne, kurvenreiche Strecken lassen sich definitiv auf trockenem Geläuf angenehmer geniessen.
Hier noch die Bilder zur Ausfahrt.
| Track length: | 1,032 km |
| Moving time: | 3 d 8:07 |
| Average speed: | 12.88 km/h |
| Total ascent: | 11269 m |
| Total descent: | 11258 m |