• header113.jpg
  • header122.jpg
  • header131.jpg
  • header119.jpg
  • header127.jpg
  • header130.jpg
  • header124.jpg
  • header128.jpg
  • header114.jpg
  • header135.jpg
  • header126.jpg
  • header117.jpg
  • header129.jpg
  • header123.jpg
  • header120.jpg
  • header133.jpg
  • header112.jpg
  • header132.jpg
  • header121.jpg
  • header125.jpg

03-09.09.2023 - Faakreise

Faak! Vorallem Hin-/Rückfahrt hatten es in sich.

Auch die Vorbereitung eines Mehrtägers hat seinen Reiz, rezitierte unser RoadCaptain und erarbeitete in vielen Stunden eine Tour, welche über 7 Tage, durch 4 Länder, über viele Pässe und in schöne Gaststätten führen soll.

Am 3. September war es dann so weit und 3 Polstergruppen (Skip/Reni, Hike und LX/Susi), ein fetter Junge (Higgs) sowie zwei Könige der Landstrasse (Blade und Iceman) fanden sich am Start bei Diegten ein, um ins gemeinsame Abenteuer einzutauchen. Für einmal «umschiffen» wir das zugebaute Mittelland via Autobahn bis nach Dagmersellen. Dort gehts weiter in Richtung Glaubenbergpass (1540 M.ü.M.) und danach über den Brünigpass (1008 M.ü.M.) auf den schönen Grimsel (2165 M.ü.M.), wo wir uns das Mittagessen munden lassen. Der Furka (2436 M.ü.M.) bedeutet das Dach des Tages, aber noch nicht das Ende der Etappe. Das Andermatt-Resort lassen wir liegen und entern den Oberalppass (2044 M.ü.M.). Am Abend erreichen wir nach gut 343 Kilometern unser Hotel La Tgoma in Lenz. Unsere Schätze dürfen wir unter Dach einstellen. Das Gepäck wird fix auf's Zimmer geschaufelt und subito zum Bier geschritten. Ein erster Blick in die Speisekarte verheisst Gutes. Freude kommt auf und nach der Douche (es war zuweilen brutal heiss und wird es die ganze Woche über auch so bleiben...) versammeln wir uns am grossen Tisch. Es gab viel zu berichten, nicht weniger zu lachen, sodass sich die übrigen Gäste schon bald auf und davon machten. Wir entschuldigen uns nachträglich für unsere Fröhlichkeit. Schliesslich sinken wir in unsere Betten in grosszügigen Zimmern. Der RoadCaptain will am Morgen früh wieder auf die Strasse...

Am Montag lautet das erste Ziel Albulapass. Aber es sollte nicht so kommen, wie geplant. Kurz nach Bergün kommt uns ein wild gestikulierender Biker entgegen. Er teilt uns schliesslich mit, dass ein Unfall dazu geführt hat, dass der Pass vorübergend gesperrt ist. Zurück also bis fast an den Anfang, aber Skip hat bereits eine Alternativroute zum Tagesziel im Kopf. «Mein Ziel Savognin» diesem Werbespruch aus früheren Jahren machen wir jetzt alle Ehre. Und über den Julier (2284 M.ü.M.) rücken wir vor auf Silvaplana und St. Moritz. Rundum natürlich sagenhafte Bergketten und prächtige Panoramen. Auch auf dem Berninapass (2330 M.ü.M.) geniessen wir den Blick auf den schönen Bergsee worin sich die Landschaft drum herum spiegelt. Bei Campocologno verlassen wir unsere Schweiz. Bei Mazzo di Valtellina starten wir in den schwierigsten Pass auf unserer Tour. 26 "Tornante" führen auf den Übergang. Der Begriff steht für Spitzkehre. Das das Strässchen bis zu 25% Steigung aufweist und meistens bloss 3 Meter breit und mit "diskutablem" Belag versehen ist, macht es insbesondere für die doppelt besetzten Polstergruppen (Gesamtgewicht - nachgemessen - über 600 Kg.) nicht wirklich einfach. Es ist eine Herausforderung und der Schweiss fliesst nicht nur der Wärme wegen. Auf dem Passo della Foppa (1852 M.ü.M.) atmen wir für's Erste auf und lassen in einem kleinen Beizli unsere angespannten Muskeln relaxen und unser Mindset herunterfahren. Das Mittagessen schmeckte ausgezeichnet und war trotz der gebirgigen Lage günstig. Aber wir hatten noch eine Wegstrecke vor uns. Der Passo Tonale wartete (1883 M.ü.M.) auf uns. Schöne Kurven zu fahren, aber eine zumindest im Sommer etwas trostlose (Wintersport-)Wüste. Der Passo Croce mit seinen 616 M.ü.M. war dann wieder eine entspannt zu fahrende Erhebung. Unser Ziel bei Moena fahren wir nach ca. 348 Kilometern (ohne den Umweg halbwegs auf den Albula) an. Im Hotel Foresta werden wir von einem harleyfahrenden Manager freudig empfangen und dürfen die Rosse gleich in der abgeschlossenen Garage parkieren. Den Abend lassen wir gemütlich ausklingen und träumen nachts vom anstehenden Multipässetag...

GPS Track Details
Track length: 305.0 km
Moving time: 5:09
Average speed: 59.07 km/h
Total ascent: 0 m
Total descent: 0 m

Kaum losgefahren biegen wir ab Richtung Passo San Pellegrino (1918 M.ü.M.). Der nachfolgende Passo Duran (1605 M.ü.M.) bietet auch fahrerisch wieder beste Unterhaltung. Auch der Passo Cibiana (1530 M.ü.M.) bietet Fahrspass und wie meistens an diesem Tag ebenfalls prächtiges Panorama und atemraubende Bergformationen. Auf den Sella Ciampigotto (1790 M.ü.M.) ist dann wieder profundes fahrerisches (... und auch beifahrerisches!) Können und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gefragt. Es folgt der Sella di Razzo (1760 M.ü.M.) und der Forcella Lavardet (1542 M.ü.M.). Nach Comeglians entern wir den Sella Valcada (958 M.ü.M.). Auch später, auf dem Weg zum Forcella di Lius (1030 M.ü.M.) prägen Spitzkehren den Weg - gerausdeaus fahren macht bald mehr Mühe. Durch schattige Wälder kurven wir hoch zum Passo dell Cason di Lanza (1555 M.ü.M.). In Pontebba schliesslich erwartet uns wieder eine Ladung "Heiss" und wir sind froh, auf dem letzten Pass des Tages, dem Sella di Camporosso (816 M.ü.M.) etwas kühlere Luft um uns zu haben. Schliesslich stellt uns unser RoadCaptain noch eine kleine Gruppe seiner grossen Verwandtschaft in Öesterreich vor, bevor wir bei Arnoldstein unser Hotel für die beiden anstehenden Nächte beziehen. Das Abendessen entspricht eher Kantinen-Niveau, aber der Wein schmeckt und in den komfortablen Zimmern träumen wir vorerst vom 10-Pässe-Tag. Immerhin ist am Folgetag etwas später Tagwache. Guet Nacht!

GPS Track Details
Track length: 296.5 km
Moving time: 5:01
Average speed: 58.95 km/h
Total ascent: 0 m
Total descent: 0 m

Am Mittwoch steht der Besuch an der Bike-Week an. Also los zum Faaker-See. Obwohl erst Mittwoch, herrscht im und ums Harley-Village bereits Chaos. Die Parkplätze findet man nicht gleich auf Anhieb, am Harley-Display muss man sich gedulden, will man auf einem Hobel zur Probe sitzen, dafür machen wir es uns bequem auf Gummi-Pneu-Sesseln bei einem kühlen Drink. Jetzt strebt LX zum Arneitz, wo - so erinnert er sich jedenfalls - so manch ausgefallenes Custombike zu sehen sein soll. Da seine Erinnerung vom letzten Besuch im 2014 stammt, sahen wir uns eines Schlechteren belohnt: Custombikes = Fehlanzeige. Ein "Chrüsimüsi-Shop" nach dem anderen, kaum Interessantes anzuschauen. Eine Enttäuschung also. Dafür war das Verpflegungsangebot im Arneitz Family und Grill wunderbar. Etwas (eventmässig...) teurer wohl als für gewöhnlich, aber gut. Und die Lounges super bequem. Nach einer längeren Pause schlug LX eine Fahrt um den Wörthersee nach Velden vor, um zu schauen wie an jenem Hotspot die Bike-Week abgefeiert wird. Also los! Bei der Wegfahrt vom Faaker See dann eine Polizeigrosskontrolle. Zum Glück auf der Gegenseite. Aber Feriengefühle kommen dabei trotzdem nicht gleich auf... Schliesslich verpasst der Neo-Road-Captain den Abbieger in Richtung Uferstrasse Wörthersee und landet direkt in Klagenfurt. Hier hatten wir grosse Hitze, viel Verkehr, auch wieder Polizei zu beklagen. Klagenmässig passte es also. Jetzt auf der Nordseite des Sees hielten wir Ausschau nach einem Seerestaurant. Durst halt. Nach einem Abstecher in eine Sackgasse - bitte wenden... - landeten wir schliesslich in Velden, wo der Bär rockte. In der Nähe des Schlosshotels fanden wir einen prima Platz direkt am See und genehmigten uns einen Coup im Leopold. Danach zogen wir zu Fuss in Richtung Casino, wo unser Präsi sich erhoffte die gewohnte Kodlin-Show besuchen zu können. Er wurde nicht enttäuscht. Also ganz ohne Custom-Bikes mussten wir uns von Faak nicht verabschieden. Im Wrannissimo liessen wir es uns gut gehen, genossen ein ausgezeichnetes Abendessen sowie das Treiben auf der Strasse. Zuweilen unüberhörbar (Zwinkersmiley). Danach erfolgt die Rückfahrt nach Arnoldstein.

GPS Track Details
Track length: 245.7 km
Moving time: 4:12
Average speed: 58.27 km/h
Total ascent: 0 m
Total descent: 0 m

Am ersten Tag unserer Rückreise wählen wir zu Beginn die Autobahn, um Villach östlich zu umfahren. Schon bei Niederdorf (neben Oberdorf, aber am Ossiacher See) verlassen wir die Piste und widmen uns fortan wieder kurvigerem Geläuf. In Hochrindl finden wir unser Znünirestaurant, welches aber erst um 11 Uhr öffnet. Schade, und eine neue Möglichkeit: Vis-à-vis ennet dem Parkplatz findet sich ein ganz kleines Stübchen, mit Tischen draussen. Und drinnen entdeckt LX sein Znüni: Eine riesige Schnecke, welche es so im Oberbaselbiet nicht gibt. Würde glatt für mehrere Personen reichen, wenn da nicht ... Eben! Leicht schwerer wird die Fahrt fortgesetzt. Durch schönste Landschaften erreichen wir schliesslich die Nockalmstrasse wo bei der Eisentalhöhe deren höchster Punkt (2049 M.ü.M.) erreicht wird. Die 16 Euronen welche als Maut verlangt werden sind gut investiert. Zumindest bei den beiden doppelt besetzten Bikes. Der Mittagshalt im Gasthof Perauer entfällt, da selbiger ausgerechnet am Donnerstag erst um 15 Uhr öffnet. Jänu, weiter geht's und fündig werden wir in einer kleinen Pizzeria. Das Essen war prima. Der Iselsberg (1209 M.ü.M.) war nicht die grosse Herausforderung, das Z'vieri im Tirolerhof in Dölsach schmeckte. In St. Jakob wurden wir fündig für eine Nacht. Das Fokus ist eine Empfehlung. Hotelmässig und auch verpflegungsmässig das Highlight der Tour! Und der quirlige Barkeeper kommt noch oben drauf. Herrlich.

GPS Track Details
Track length: 264.2 km
Moving time: 4:27
Average speed: 59.35 km/h
Total ascent: 0 m
Total descent: 0 m

Am Freitagmorgen müssen wir pünktlich losfahren: Die Abfahrt vom Stallersattel (2052 M.ü.M.) in Richtung Antholzer See ist bloss eine Viertelstunde offen. Wir schaffen das problemlos. Wir reihen uns ganz zuvorderst ein, noch vor einer grösseren Gruppe von Motorradfahrern, welche vor uns oben waren. LX hat eine Idee und lädt dann selbige ein, sich bei Grün an uns vorbei auf den Weg zu machen. Schliesslich gibt's da die KTM's, die GS's, AfricaTwin's, etc. etc. Endlich grün, los geht's. Wir reihen uns hinter der Gruppe ein. Das grosse Erwachen schon nach wenigen Metern: Die können's ganz einfach nicht. Ach wären wir doch nur vorne geblieben. Nun "geniessen" wir die Abfahrt halt im Schneckentempo. Zum Glück fährt die Gruppe dann beim Antholzer See links ran. Im Vorbeifahren winken uns diese dann freundlich zu. Und wir können wieder Gas geben. Der Spott allerdings ist LX sicher. Und vermutlich wird er nicht mehr so schnell den freundlich/entgegenkommenden Biker mimen. Hinter Sterzing fahren wir ab auf den Jaufenpass (2094 M.ü.M.). Ist ebenfalls ein schöner Pass, was auch andere wissen. So kommt uns eine grosse Gruppe mit Supersportwagen (Ferrari, Porsche, Lambo, etc.) entgegen. Allerdings sind diese, dem Strassenbelag geschuldet, doch eher süüferli unterwegs. No risk, great fun, ist da wohl das Motto. Es folgt das Timmelsjoch (2474 M.ü.M.), mautpflichtig. Wiederum werden 16 Euronen pro Bike fällig. Dafür ist die Strasse gut ausgebaut, jedenfalls dort, wo gerade nicht gebaut wird, und auf der Höhe kann prima verpflegt und ein Museumsbesuch kombiniert werden. Über 450 Motorräder sind ausgestellt. Vom einen Joch auf das nächste: Das Hahntennjoch (1894 M.ü.M.) wo wir den Zvieri-Halt planten. Kurz darauf erreichen wir unser letztes Etappenziel in Holzgau in der Dorfstube. Frei nach dem Motto «Holz isch heimelig» kann man sich hier sehr wohl fühlen. WC/Douchen sind neu, auf Topniveau. Die Zimmer - für Motorradtreiber wichtig - sind geräumig. Der Manager ist ein quirliger Unternehmer mit ganz viel Humor und noch mehr Herzblut. In der Küche wird Vollgas gegeben und gezaubert. Und dann gibt es im Haus auch noch die ultimative Smartphone-Ladestation! Wo gibt es das sonst noch? Kurz: Plant bei der Durchreise einen Besuch. Es lohnt sich.

GPS Track Details
Track length: 285.1 km
Moving time: 4:50
Average speed: 58.84 km/h
Total ascent: 0 m
Total descent: 0 m

Und schon bricht unser letzter Reisetag an. Auch an diesem wird das Thermometer die 30-Grad-Grenze locker übersteigen. Von Holzgau geht's weiter in Richtung Westen. Strassenschilder machen darauf aufmerksam, dass die Strasse zwischen April und Oktober für Motorräder >95dB gesperrt ist. Für uns kein Problem, alles bestens. Ein nächster Übergang ist der Hochtannbergpass (1675 M.ü.M.). Die Furkajoch Strasse steigt auf 1767 M.ü.M. und bietet landschaftlich Einiges. Bei Rankweil müssen wir Flüssigkeit bunkern nachdem wir zuvor etwas mühsam hinter landwirtschaftlichen Fahrzeugen herfahren mussten. Kommt dann bei den engen Kehren noch ein Feuerwehrfahrzeug hinzu, wird es wortwörtlich heiss. In der Werkstatt wird gebunkert. Bald wechseln wir in die Schweiz und müssen uns wieder an Tempo 80 gewöhnen. Bei Wil üben wir dann etwas "Baustellen-Umleitungs-Fahren", wählen schliesslich zur Fortsetzung ein kurzes Stück Autobahn. Hier schwitzt Higgs doch etwas mehr, wie alle andern: Seine Tankanzeige pendelt schon ein ganzes Weilchen um "Leer" herum. Der RoadCaptain erinnert sich und schafft es noch, die Gruppe ohne Schieben mit Flüssigem zu versorgen. Puhhhh... Jetzt wiederum wäre noch Food gefragt. Im El Capone in Aadorf werden wir fündig. Auch diese Station ist sehr empfehlenswert. Freundlich, schnell, prima. Bei Kaiserstuhl schliesslich treffen wir auf den Vater Rhein. Wir fühlen uns schon fast heimisch. Im Gebiet Mumpf-Möhlin werden wir dann von einem Radrennen eingebremst. Der GP Rüebliland nötigt uns zu zwei längeren Stops unter brennend heisser Sonne. Wenigstens müssen wir nicht selber strampeln. Durst haben wir nun aber allemal und wir wollen uns am Abschiedshalt im Feldschlösschen Rheinfelden erfrischen. Aber auch hier ist's nicht gäng wiä gäng: Ein Event sorgt dafür, dass das Restaurant geschlossen ist. So machen wir halt bloss ein Abschieds-Gruppen-Foto und suchen über verschiedene Richtungen unsere heimischen Garagen auf.

GPS Track Details
Track length: 284.0 km
Moving time: 4:46
Average speed: 59.50 km/h
Total ascent: 0 m
Total descent: 0 m

Eine denkwürdige Reise geht zu Ende. Trotz zum Teil schwierigsten Pisten blieben immer alle aufrecht. Schön war es. Aber ob die European-Bike-Week nochmals eine Reise wert sein wird, bleibt fraglich.

Bilder zur Reise findest du hier.